Stärkung der inländischen Brotgetreide-Wertschöpfungskette
Die Brotgetreidebranche ist auf stimmige politische Rahmenbedingungen angewiesen, damit alle Partner dieser Wertschöpfungskette erfolgreich arbeiten und sich gegenüber Importprodukten behaupten können. Der Ständerat behandelt in der aktuellen Session verschiedene Vorstösse, welche die einheimische Produktion und Verarbeitung von Brotgetreide stärken. Zur Rückgewinnung von Marktanteilen und damit Reduktion der Importe von Backwaren braucht die Branche die Unterstützung des Parlaments.
Die inländische Brotgetreide-Wertschöpfungskette ist auf mehreren Ebenen mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Die Importe von Backwaren haben sich in den letzten zwanzig Jahren fast verdreifacht und betrugen 2025 rund 164'000 Tonnen. Dies führte zusammen mit den politischen Entscheiden zur Ausbeutenorm in der Stärkeproduktion zu einem Rückgang der inländischen Getreidevermahlung. Dadurch verlieren alle Partner entlang der inländischen Wertschöpfungskette Marktanteile auf Kosten von Importen. Darüber hinaus fordern wetterbedingte Schwankungen der Getreideernte die Marktpartner zusätzlich heraus. Um mit diesen Herausforderungen umzugehen, ist die Branche auf entsprechende politische Rahmenbedingungen insbesondere im Bereich Grenzschutz angewiesen.Der Ständerat behandelt im September verschiedene Vorstösse zur Stärkung der einheimischen Produktion und Verarbeitung von Brotgetreide. Die Branchenorganisation swiss granum vertritt dazu folgende Haltung:
- Gemeinsame Unterstützung der Motionen Badertscher 24.3385 «Stärkung der Schweizer Brotgetreideproduktion» und Riem 24.3127 «Aufhebung der zolltariflichen Begünstigung der Importe von Halbfertig- und Fertigprodukten des Zolltarifkapitels 19» als Paket,
- Unterstützung der Motion WAK-S 26.4061 «Stärkung der einheimischen Backwarenproduktion»,
- Ablehnung der Motion WAK-S 26.4060 «Versteigerung des Zollkontingents Brotgetreide».
Die ersten drei Vorstösse stärken die einheimische Brotgetreide-Wertschöpfungskette und verbessern den Grenzschutz für Getreide, Mehl und Backwaren. Dadurch kann die Branche Marktanteile zurückgewinnen und dem Konsumentenwunsch nach in der Schweiz produzierten und verarbeiteten Produkten nachkommen. Die Auswirkungen auf den Brotpreis sind gering und aus unserer Sicht vernachlässigbar. Die Motion WAK-S 26.4060 «Versteigerung des Zollkontingents Brotgetreide» würde dem entgegenwirken, indem die Getreideimporte verteuert würden, was zum Nachteil einer bereits stark geforderten Branche wäre.
Die Brotgetreidebranche ist auf die Unterstützung der Politik angewiesen. Die Entscheide des Parlaments bilden den Rahmen, damit die Branche weiterhin qualitativ hochwertige Produkte für die Schweizer Bevölkerung herstellen und damit ihren Beitrag zum Selbstversorgungsgrad leisten kann. Die Zielerreichung für eine höhere Inlandversorgung wird mit dieser Massnahme somit entscheidend unterstützt. Zudem können so Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten oder sogar ausgebaut und gleichzeitig Wertschöpfung in der Schweiz geschaffen werden.
Über swiss granum
Swiss granum ist die Schweizerische Branchenorganisation Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen. Sie vereint die verschiedenen Dachorganisationen der Schweizer Wertschöpfungskette – von der Produktion bis zur Verteilung, über die verschiedenen Stufen der Verarbeitung und des Handels. Die Personen oder Betriebe sind über ihre Dachorganisation wiederum Mitglied von swiss granum. Die Branchenorganisation zählt 17 Mitgliederorganisationen, welche auf vier Interessengruppen verteilt sind.
Gemessen an der Zahl der Firmen und Beschäftigten ist die Getreide-, Ölsaaten- und Eiweisspflanzenbranche ein bedeutender Zweig der schweizerischen Nahrungsmittelbranche und beschäftigt rund 40'000 Personen. Dadurch spielt swiss granum eine wichtige Rolle als Verhandlungs-, Informations- und Kommunikationsplattform.