Liste der empfohlenen Maissorten für die Ernte 2026
Die Liste der empfohlenen Maissorten von swiss granum für die Ernte 2026 enthält zwei neue Körnermais- und acht neue Silomaissorten sowie eine neue Doppelnutzungssorte. Drei Körnermais-, sieben Silomais- und eine Doppelnutzungssorte wurden gestrichen.
Körnermais
Drei Sorten wurden auf die Liste aufgenommen (Tab. 1). Amalkeo (KWS) ist die Neuheit in der Reifegruppe «mittelfrüh» während ES Katamaran, Dentrico KWS, Benedictio KWS und SY Telias gestrichen wurden. Sie überzeugte in der zweijährigen Prüfung mit einem sehr guten Kornertrag, einer guten Jugendentwicklung und Standfestigkeit sowie einer guten Resistenz gegen Beulenbrand und Stängelfäule. Ihre Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken wurde basierend auf den einjährigen, provisorischen Resultaten mit mittel bis gut eingestuft. Die Einstufung beim PUI ist mittel. Für die Aussaat im 2026 steht jedoch noch kein Saatgut zur Verfügung. Nebst dieser Neuaufnahme wurden ES Katamaran, Dentrico KWS, Benedictio KWS und SY Telias in dieser Reifegruppe von der Liste gestrichen.
Die Reifegruppe «spät» enthält die zwei neuen Sorten RGT Peterxxon (RAGT) und P9944 (Pioneer). P9944 ist eine Doppelnutzungsorte und ist die am spätesten in dieser Reifegruppe abreifende Sorte. Sie wird daher für die günstigsten Maisanbauregionen nördlich der Alpen empfohlen. Ihr Ertragspotential ist jedoch auch höher als bei den anderen drei Sorten dieser Reifegruppe. Sowohl P9944 als auch RGT Peterxxon haben eine gute Standfestigkeit sowie eine gute Resistenz gegen Beulenbrand und Stängelfäule. Die Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken wurde von RGT Peterxxon provisorisch mit mittel bis gut eingestuft und mit gut für P9944. Die Einstufung beim PUI ist mittel für RGT Peterxxon und tief für P9944.
Silomais
Insgesamt wurden neun neue Silomaissorten auf die Liste aufgenommen (Tab. 1). Die Reifegruppe «früh» enthält die Neuaufnahmen DKC 2956 (Bayer) und Bajeno (KWS). DKC 2956 ist die frühreifste Sorte dieser Reifegruppe. Sie zeichnet sich durch ein sehr gutes Ertragspotential und eine sehr gute Verdaulichkeit aus. Basierend auf den Ergebnissen der Versuche wurde Bajeno bei diesen Eigenschaften mit gut eingestuft. Beide Sorten weisen einen guten Energiewert und Jugendentwicklung sowie eine gute Resistenz gegen Beulenbrand auf. Die Standfestigkeit von DKC 2956 war in den Versuchen etwas besser als bei Bajeno. Im Gegensatz dazu wurde die Resistenz von DKC 2956 gegen Helminthosporium-Blattflecken provisorisch mit schwach bis mittel eingestuft und damit etwas schlechter als bei Bajeno (mittel bis gut).
LG 31281 (Limagrain), DKC 3464 (Bayer), SU Keldeo (Saaten Union), KWS Sproco (KWS) und SY Fleming (Syngenta) sind die Neuaufnahmen in der Reifegruppe «mittelfrüh» während KWS Odorico und SY Telias gestrichen wurden. Alle neu empfohlenen Sorten überzeugten in der zweijährigen Prüfung mit einem sehr guten Ertragspotential, einer guten bis sehr guten Verdaulichkeit sowie guten bis sehr guten Energiewerten. Bei der Beobachtung im Feld konnte eine gute bis sehr gute und Jugendentwicklung, mittel bis gute Standfestigkeiten sowie eine mittel bis gute Resistenz gegen Beulenbrand festgestellt werden. Die Resistenz von DKC 3464 gegen Helminthosporium-Blattflecken wurde provisorisch mit sehr gut eingestuft, mit gut für LG 31281 und SY Fleming, mit mittel bis gut für KWS Sporco und mit mittel für SU Keldeo. Für KWS Sporco steht noch kein Saatgut für die Aussaat 2026 zur Verfügung.
SY Remco (Syngenta) ist die Neuheit in der Reifegruppe «mittelspät» während ES Traveler, SY Glorius, KWS Go, P8666, P8888 und P9363 gestrichen wurden. SY Remco ist eine der frühreifsten Sorten dieser Reifegruppe und zeigte in den Versuchen ein sehr gutes Ertragspotential, eine sehr gute Jugendentwicklung sowie eine gute Verdaulichkeit und einen guten Energiewert. Ihre Standfestigkeit sowie die Resistenzen gegen Beulenbrand und Helminthosporium-Blattflecken (provisorisch) werden als mittel bis gut beurteilt.
Die Reifegruppe «spät» enthält neu die Doppelnutzungsorte P9944. Diese Sorte von Pioneer zeichnete sich durch ein hohes Ertragspotential, einen guten Energiewert und eine sehr gute Verdaulichkeit aus. Ihre Jugendentwicklung, Standfestigkeit sowie ihre Resistenz gegen Beulenbrand und Helminthosporium-Blattflecken (provisorisch) werden als gut eingestuft.
Die Tabellen mit den empfohlenen Maissorten für die Ernte 2026 sind unter www.swissgranum.ch verfügbar. Die Liste der empfohlenen Maissorten für die Ernte 2026 wird ab Mitte Januar unter www.swissgranum, www.agroscope.ch und www.agridea.ch verfügbar sein und kann bei swiss granum als gedrucktes Exemplar bestellt werden. Eine Auslieferung ist ab Mitte Februar möglich. Sie wird auch dem Versand der Datenblätter Ackerbau von Agridea im März beigelegt.
Swiss granum erstellt in Zusammenarbeit mit Agroscope und Agridea basierend auf den in der Schweiz durchgeführten Sortenversuchen die Listen der empfohlenen Sorten für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen. Das Hauptziel der Listen der empfohlenen Sorten von swiss granum besteht darin, Sorten vorzuschlagen, die für die klimatischen Verhältnisse der Schweiz geeignet sind und den Bedürfnissen der Produzenten, der Verarbeiter und der Verbraucher entsprechen.
Das Versuchsnetz der Maissortenprüfung wird von Agroscope koordiniert, aber gemeinsam mit der Delley Samen und Pflanzen AG geführt. Die Körner- und Silomaisversuche werden auf kleinen Parzellen mit drei Wiederholungen, je nach Nutzungsrichtung und Frühreife meist an 6 bis 8 verschiedenen Standorten durchgeführt – u.a. auch auf Flächen bei Landwirten. Die Bewirtschaftung entspricht den Vorschriften des ÖLN und erfolgt betriebsüblich. Die Verarbeitung der Proben sowie die Durchführung der Qualitätsanalysen werden an den Standorten von Agroscope in Changins und Reckenholz (Silomais) bzw. Posieux (Körnermais) vorgenommen. Dieses Versuchsnetz ermöglicht es, eine statistische Auswertung der im Zusammenhang mit der Anbau- (z.B. Standfestigkeit, Krankheitsanfälligkeit) und der Verwendungseignung (z.B. Verdaulichkeit, Stärkegehalt) erfassten Parameter vorzunehmen, um anschliessend die Sorteneigenschaften möglichst vollständig und fundiert beschreiben zu können. Damit eine Sorte auf die Liste der empfohlenen Maissorten eingeschrieben werden kann, muss sie während der zweijährigen Prüfung im Vergleich zu den Referenzsorten einen (agronomischen und qualitativen) Mehrwert erbringen.