Empfohlene Getreide- und Winterrapssorten für die Ernte 2027
Die Liste der empfohlenen Getreidesorten von swiss granum enthält sechs neue Winterweizensorten und je eine neue Wintergerste- und Triticalesorte für die Ernte 2027. Sechs Getreidesorten wurden gestrichen oder stehen zum letzten Mal auf der Liste. Zwei neue klassische Sorten und eine neue HOLL-Sorte wurden auf die Liste der empfohlenen Winterrapssorten für die Ernte 2027 aufgenommen.
Winterweizen
In der Liste für die Ernte 2027 werden insgesamt 26 Winterweizensorten empfohlen. Die neue Sorte Acabo und die neue Sortenmischung Mischabel (Axen+211.14074), welche aus der Schweizer Züchtung Agroscope-DSP stammen, wurden provisorisch in die Klasse TOP aufgenommen. Acabo ist spät beim Ährenschieben und mittellang, weist aber eine hohe Standfestigkeit auf. Sie hat eine sehr hohe Backqualität. Ihr Proteingehalt wird als hoch eingestuft. Sie weist insbesondere eine sehr hohe Toleranz gegenüber Braunrost sowie eine hohe Toleranz gegenüber Ährenseptoria und Ährenfusarien auf. Ihr Ertragspotenzial wird sowohl unter intensiven als auch extensiven Bedingungen als mittel bis hoch eingestuft. Die neue Sortenmischung Mischabel ist sehr früh beim Ährenschieben, weist ein mittelmässiges bis hohes Ertragspotenzial auf. Sie zeichnet sich durch eine hohe Toleranz gegenüber Krankheiten und ein sehr hohes Hektolitergewicht aus. Sie ist jedoch gegenüber Ährenfusarien anfällig. Ihre Backqualität und ihr Proteingehalt werden als hoch eingestuft. Baretta wurde von der Liste gestrichen und die seit 1995 eingetragene hochqualitative Sorte Runal steht zum letzten Mal auf der Liste.
Die Klasse I enthält die zwei neu begrannten Schweizer Sorten Spinas und Vadret. Beide Sorten weisen ein hohes Ertragspotenzial, eine hohe Backqualität sowie eine hohe Toleranz gegenüber Krankheiten auf. Spinas ist anfällig auf Lager, Vadret hingegen sehr standfest. Ihren Proteingehalt wird als hoch eingestuft. Für Vadret steht noch kein Saatgut für die Aussaat 2026 zur Verfügung. Forel und Hanswin befinden sich zum letzten Mal auf der Liste.
Die Schweizer Sorte Balbalera ist die Neuaufnahme in der Klasse II. Sie weist ein sehr hohes Ertragspotenzial, eine sehr hohe Standfestigkeit und eine mittelmässige bis hohe Toleranz gegenüber Krankheiten auf. Ihre Toleranz gegenüber Mehltau wird als sehr hoch eingestuft. Sie ist jedoch gegenüber Ährenfusarien anfällig. Es steht noch kein Saatgut für die Aussaat 2026 zur Verfügung
KWS Astrum wurde provisorisch als neue Futterweizensorte auf die Liste aufgenommen. Ihr Ertragspotenzial wird unter extensiven Bedingungen als sehr gut eingestuft, und als ausgezeichnet unter intensiven Bedingungen. Sie ist jedoch gegenüber Braunrost, Ährenseptoria, Ährenfusarien und Auswuchs anfällig. Über eine definitive Aufnahme wird im April 2027 entschieden.
Wintergerste
Die Liste für die Ernte 2027 umfasst 11 Sorten. Die sechszeilige Sorte Thimea wurde neu in die Liste aufgenommen. Sie zeichnet sich durch ein hohes bis sehr hohes Ertragspotenzial unter extensiven und intensiven Bedingungen aus. Darüber hinaus verfügt sie über ein sehr hohes Hektolitergewicht. Ihr Krankheitstoleranzprofil ist mittelmässig mit Ausnahme des Mehltaus (hohe Toleranz). Die sechszeilige Sorte Sensation steht zum letzten Mal auf der Liste.
Sommergerste
KWS Atrika steht zum letzten Mal auf der Liste. Für die Sorte Sting steht Saatgut in begrenzter Menge für die Aussaat 2027 zur Verfügung. Diese Sorte wird auf der Grundlage eines von DSP in den Jahren 2024 und 2025 an einem einzigen Standort durchgeführten Vorversuchs sowie ausländischer Fachliteratur empfohlen und wird ab der Ernte 2028 KWS Atrika ersetzen.
Wintertriticale
Gesero ist die Neuaufnahme und stammt aus der Schweizer Züchtung Agroscope-DSP. Sie weist ein sehr hohes Ertragspotenzial und Hektolitergewicht auf. Sie zeichnet sich zudem durch eine hohe Toleranz gegenüber Krankheiten aus. Es steht jedoch noch kein Saatgut für die Aussaat 2026 zur Verfügung.
Winterrogen, Sommerweizen, -hafer und Dinkel
Für diese Getreidearten ist keine neue Aufnahme und Streichung zu verzeichnen.
Winterraps
Die Liste der empfohlenen Sorten für die Ernte 2027 besteht aus sechs klassischen Sorten und drei HOLL-Sorten. KWS Ambos (KWS) und Maverick (NPZ) sind zwei neue klassischen Sorten. KWS Ambos ist frühreif und hat einen frühen Blühbeginn. Sie verfügt über ein sehr hohes Ertragspotenzial, einen sehr hohen Ölgehalt und eine hohe Resistenz gegenüber Phoma. Maverick hat ein hohes Ertragspotenzial, einen sehr hohen Ölgehalt und eine sehr hohe Resistenz gegenüber Phoma. Sie ist mittelfrühreif und hat einen sehr frühen Blühbeginn.
Die neue HOLL-Sorte RGT Piazzola wurde ebenfalls in der Liste aufgenommen. Ihr mittleres Ertragspotenzial ist mit demjenigen der anderen HOLL-Sorten der Liste vergleichbar. Sie verfügt über einen hohen Ölgehalt sowie eine relativ hohe Resistenz gegenüber Phoma. Sie ist mittelfrühreif und verfügt über einen mittelspäten Blühbeginn.
In den letzten drei Jahren haben sich die Sorten hinsichtlich ihrer Standfestigkeit voneinander unterschieden. Maverick zeichnet sich durch eine sehr hohe Standfestigkeit aus, gefolgt von der Sorte KWS Ambos. RGT Piazzola ist etwas anfälliger.
Die Tabellen mit den empfohlenen Getreide- und Winterrapssorten für die Ernte 2027 sind auf www.swissgranum.ch/de/sortenlisten verfügbar. Die Listen der empfohlenen Sorten können bei swiss granum bestellt werden. Eine Auslieferung ist ab Mitte Juni möglich. Sie wird auch dem Versand der Datenblätter Ackerbau von Agridea vom Juni beigelegt.
Swiss granum erstellt in Zusammenarbeit mit Agroscope und Agridea basierend auf den in der Schweiz durchgeführten Sortenversuchen die Listen der empfohlenen Sorten für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen. Die Auswahl der besten Sorten basiert auf den agronomischen und qualitativen Ergebnissen der offiziellen Versuche von Agroscope sowie – für Winterweizen und -gerste – den Anbauversuchen von swiss granum. Das Hauptziel der Liste der empfohlenen Sorten von swiss granum besteht darin, Sorten vorzuschlagen, die für die klimatischen Verhältnisse der Schweiz geeignet sind und den Bedürfnissen der Produzenten, der Verarbeiter und der Verbraucher entsprechen. Aufgrund der unterschiedlichen Essgewohnheiten und Herstellungsverfahren können die schweizerischen Anforderungen bezüglich Qualität manchmal von denjenigen in anderen Ländern abweichen.