19.11.2024

Gut funktionierende Branchenorganisation swiss granum wird 25-jährig

Die Branchenorganisation swiss granum feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Fritz Glauser hob an der Delegiertenversammlung die von Respekt und Vertrauen geprägte Lösungsfindung innerhalb von swiss granum hervor. An der am gleichen Tag stattfindenden Qualitätstagung wurden die Herausforderungen und Lösungsansätze der Nachhaltigkeit beleuchtet sowie die Erntequalitätsresultate für Brotweizen vorgestellt.

Fritz Glauser, Präsident swiss granum, blickte in seiner Eröffnungsrede auf die Gründung der Branchenorganisation swiss granum im Jahr 1999 zurück. «Dieser Schulterschluss aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette ermöglichte es, die neue Marktsituation zu meistern», hob er hervor. Er betonte, dass swiss granum gut unterwegs sei: «Die Branche ist näher zusammengerückt. Die Akteure haben bis heute stets mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen nach Lösungen gesucht und die Branche dadurch vorwärtsgebracht.» 
In seiner Eröffnungsrede ging er auf die missliche Ernte ein und verwies er darauf, dass die Branche auch zukünftig mit neuen Herausforderungen konfrontiert sein wird. Angefangen bei der Pflanzenzüchtung, über den Anbau und den Techniken von Lagerung und Verarbeitung bis zur Vermarktung, dem Konsumverhalten des Endverbrauchers bis hin zur AP30+. Er plädierte darauf, das Tun der Branche, deren qualitativ hochstehende Arbeit und die daraus entstehenden mega guten, genussvollen, lokalen Produkte mittels der Kommunikation noch besser aufzuzeigen. 

Über das vergangene Geschäftsjahr und die Aktualitäten informierte der Direktor Stephan Scheuner. Er verwies auf die je nach Kultur unterschiedlichen Entwicklungen und Herausforderungen. Er führte aus, dass bei der Ernte 2024 die vielen Niederschläge sowie der Lichtmangel für die tiefen Erntemengen verantwortlich waren. Dadurch fielen die Erntemengen bei den meisten Kulturen deutlich tiefer aus als im Vorjahr. Zudem mussten knapp 20'000 Tonnen Brotgetreide aus qualitativen Gründen im Futtersektor abgesetzt werden. Rund 2’000 t Brotgetreide mussten sogar vernichtet werden. Unter Berücksichtigung der per 1.7.2024 frei verfügbaren Lagermengen resultiert aus der diesjährigen Brotgetreideerntemenge ein positiver Saldo von rund 6’000 t. Mit den von swiss granum ergriffenen Massnahmen «könne Stand heute die Zeit bis zur neuen Ernte 2025 überbrückt und eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden». 
Bei den Ölsaaten präsentiert sich die Situation ähnlich. So reichte etwa die inländische Rapsmenge nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Die Preise haben sich stabilisiert und lagen über denjenigen des Vorjahres. Bei den Sonnenblumen wird aufgrund der grösseren Fläche im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Erntemenge erwartet. 
Swiss granum zeigte an ihrer Delegiertenversammlung Herausforderungen auf, mit denen sich die Branche konfrontiert sieht. Dazu zählt etwa die Thematik Nachhaltigkeit und damit verbunden die Reduktion der Treibhausgasemissionen von Ölsaaten und Getreide. Die Branche hat Arbeitsgruppen zur Diskussion der Möglichkeiten eingesetzt. Ab Februar läuft zudem die Übergangsfrist der Deklaration des Herkunftslandes für Brot und Feinbackwaren ab. Eine neue Plakatkampagne mit dem Motto «Schau drauf beim Brotkauf – nur wo Schweiz draufsteht, ist auch Schweiz drin» wird die Konsumentinnen und Konsumenten ab 2025 auf die einheimische Herkunft von Brot und Feinbackwaren sensibilisieren.
Die statutarischen Geschäfte gaben keinen Anlass zu Diskussionen und wurden von den anwesenden Delegierten einstimmig verabschiedet.

Am gleichen Tag fand ebenfalls die gemeinsam mit dem Verein Schweizer Brot organisierte Qualitätstagung statt. Diese stand unter dem Motto «Nachhaltigkeit – Herausforderungen und Lösungsansätze für unsere Branche». Die Referenten betonten die Wichtigkeit der inländischen Produktion als Ansatzpunkt für mehr Nachhaltigkeit. An der Tagung wurde aber auch deutlich gemacht, dass die Herausforderungen und die Lösungsansätze nur durch gemeinsame Bemühungen in der Wertschöpfungskette umgesetzt werden können. Dabei müssen die gegenseitige Erwartungshaltung und die Entschädigung für die erbrachten Leistungen ebenso geklärt werden wie die Messung dieser Zielsetzungen und Massnahmen. Dazu braucht es eine Koordination der Arbeit aller Akteure. Wie gewohnt wurden an der Tagung auch die Resultate der Sortenversuche sowie der Qualitätserhebung der inländischen Getreideernte vorgestellt.

Über swiss granum
Swiss granum ist die Schweizerische Branchenorganisation Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen. Sie vereint die verschiedenen Dachorganisationen der Schweizer Wertschöpfungskette – von der Produktion bis zur Verteilung, über die verschiedenen Stufen der Verarbeitung und des Handels. Die Personen oder Betriebe sind über ihre Dachorganisation wiederum Mitglied von swiss granum. Die Branchenorganisation zählt 17 Mitgliederorganisationen, welche auf vier Interessengruppen verteilt sind.
Gemessen an der Zahl der Firmen und Beschäftigten ist die Getreide-, Ölsaaten- und Eiweisspflanzenbranche ein bedeutender Zweig der schweizerischen Nahrungsmittelbranche und beschäftigt rund 40'000 Personen. Dadurch spielt swiss granum eine wichtige Rolle als Verhandlungs-, Informations- und Kommunikationsplattform.
 

Dokumente
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Tag
Medienmitteilung
Autor
Stephan Scheuner

Direktor swiss granum

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