Ernteprognose Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen 2026
Swiss granum schätzt die Ernte 2026 per Ende Mai auf knapp 440‘000 t backfähiges Brotgetreide (inkl. allfällig nicht backfähiges Brotgetreide), rund 427‘000 t Futtergetreide (exkl. allfällig nicht backfähiges Brotgetreide), rund 11‘000 t Eiweisspflanzen und rund 106‘000 t Ölsaaten. Ebenfalls enthalten ist eine Schätzung der Bio-Anteile der einzelnen Kulturen sowie der Anteile weiterer Ackerkulturen für die menschliche Ernährung. Die Schätzung beruht auf Durchschnittserträgen der Vorjahre. Insgesamt ist beim Getreide ein Flächenzuwachs und beim Raps ein Flächenrückgang festzustellen.
Backfähiges Brotgetreide sowie Ackerkulturen für die menschliche Ernährung
Die aktuellen Schätzungen sind gegenüber dem Ende Februar festgestellten Trend annähernd gleichgeblieben. Für Wintergetreide wird weiterhin mit durchschnittlichen Erträgen gerechnet. Die Brotgetreidefläche (Weizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel) wird im Vergleich zum letzten Jahr insgesamt höher eingeschätzt (+ 3.0%). Ein leichter Rückgang gegenüber 2025 ist bei der Bio-Brotgetreidefläche (- 3.0%) zu erwarten, eine Flächenzunahme insbesondere bei der Brotweizenfläche (+ 3.3%, + 2’408 ha). Verglichen zum Vorjahr sind keine grossen Veränderungen bei den Brotweizenklassen festzustellen. Die Hartweizenfläche wird wie für die übrigen Ackerkulturen für die Nahrungsmittelproduktion separat ausgewiesen und beträgt 165 ha.
Die Erntemenge an backfähigem Brotgetreide 2026 (exkl. Saatgut) wird insgesamt auf ca. 440‘000 t geschätzt und ist damit vergleichbar zur Vorjahresmenge. Von dieser Menge fallen rund 41'000 t in Bioqualität an, was einem leichten Rückgang des Biobrotgetreides gegenüber dem Jahr 2025 entspricht. Es wird eine Dinkelmenge von knapp 25'000 t erwartet, diese Menge liegt um rund 12% höher als 2025.
Die Schätzung beruht auf Durchschnittserträgen der Vorjahre. Ob diese erreicht werden können, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden. Daher ist die Ernteschätzung mit entsprechender Vorsicht zu geniessen. Denn ein zurzeit noch nicht quantifizierbarer Teil der Brotgetreidemenge kann bei der Ernte wegen Qualitätsmängeln voraussichtlich noch als nicht backfähig deklariert und im Futterkanal abgesetzt werden. In der geschätzten Brotgetreidemenge ist diese Menge aktuell noch enthalten.
Futtergetreide
Auch beim Futtergetreide liegen die aktuellen Einschätzungen in der gleichen Grössenordnung wie Ende Februar. Insgesamt wird die Anbaufläche (ohne Körnermais) im Vergleich zum Vorjahr um 2.0% höher eingeschätzt. Den grössten Anteil an dieser Entwicklung tragen die Gerste und der Futterweizen. Bei der Gerste steigt der Nicht-Bio-Anteil um 545 ha bzw. 2.3%, die Futterweizenfläche dürfte insgesamt um knapp 2% zunehmen. Die Körnermaisfläche kann im Moment noch nicht abgeschätzt werden.
Beim Futterweizen ist mit rund 55'000 t eine tiefere Erntemenge als 2025 zu erwarten. Die Gerstenernte wie auch die Erntemenge von Triticale werden in der gleichen Grössenordnung wie im Vorjahr erwartet. Die Erntemenge 2026 von Futterweizen, Gerste, Triticale, Hafer und Mischel Futtergetreide wird insgesamt auf rund 277‘000 t geschätzt. Sie liegt damit leicht über der Menge des Jahres 2025. Die gesamte Futtergetreideernte (inkl. Körnermais) wird auf rund 427'000 t prognostiziert. Darin nicht inbegriffen ist die allfällig nicht backfähige Menge an Brotgetreide, welche aktuell noch nicht quantifizierbar ist. Diese Menge ist abhängig vom Witterungsverlauf und den Erntebedingungen.
Ölsaaten / Eiweisspflanzen
Die Erntemengen der Ölsaaten werden gleich eingeschätzt wie Ende Februar. Die Ölsaatenernte wird mit insgesamt rund 106‘000 t um 9.5% tiefer eingeschätzt als im Jahr 2025. Von dieser Erntemenge entfallen in diesem Jahr 75‘600 t auf die Raps- und 21'600 t auf die Sonnenblumenproduktion. Sie dürfte im Vergleich mit dem letzten Jahr um je 9.4% tiefer ausfallen. Mit den prognostizierten Erntemengen wird der Bedarf nach einheimischem Raps voraussichtlich auch in dieser Ernte nicht ganz gedeckt werden können. Der Bio-Anteil an der Ölsaatenmenge sinkt dieses Jahr insgesamt um 14.6%, wobei insbesondere beim Raps im Bio-Bereich mit tieferen Mengen zu rechnen ist.
Die Eiweisspflanzenernte wird mit rund 11’000 t verglichen mit dem Vorjahr tiefer geschätzt und bleibt anteilmässig weiterhin bescheiden.
Bei der Interpretation der Zahlen gilt es zu beachten, dass die Schätzungen provisorisch sind. Dies ist bei der Interpretation der Ernteschätzung zu beachten. Für eine Gesamtbeurteilung müssen deshalb die weiteren Erhebungen von swiss granum abgewartet werden.