Ernteprognose 2026 von swiss granum
Im Vergleich zum Vorjahr werden die Flächen für Brot- und Futterweizen, Gerste und Sonnenblumen leicht höher prognostiziert. Die Rapsfläche wird tiefer eingeschätzt. Eine stabile Fläche ist bei den übrigen Getreide- und Ölsaatenkulturen und bei den Eiweisspflanzen zu erwarten. Bei der Interpretation der Flächen ist der Fehlerbereich der Schätzungen zu beachten. Die Erntemenge an Brotgetreide (Brotweizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel) wird im März auf knapp 440‘000 t geschätzt, diejenige für Futtergetreide auf rund 427‘000 t. Die Rapsernte wird mit rund 75‘600 t erwartet, diejenige der Sonnenblumen mit knapp 21'600 t. Die Varianz der Ernteerträge ist in den Erntemengen nicht enthalten, da die Witterungseinflüsse bis zur Ernte nicht voraussagbar sind. Die Genauigkeit der Schätzung ist daher bezüglich der Erntemengen eingeschränkt.
Brotgetreide
Die Brotweizenfläche wird für die Ernte 2026 im Vergleich zum Vorjahr höher eingeschätzt. Aktuell wird von einer Zunahme von rund 2'200 ha (+ 3.1%) ausgegangen. Die Dinkel- und Roggenfläche wird als stabil eingeschätzt. Die geschätzte Bio-Brotgetreidefläche beläuft sich mit 11'200 ha in einer ähnlichen Grössenordnung wie 2025, der Bio-Anteil am Brotgetreide wird für 2026 auf 13.2% (2025: 13.9%) geschätzt. Gegenüber 2025 wird somit aktuell eine um rund 2’200 ha höhere Brotgetreidefläche erwartet. Der Fehlerbereich der Schätzung der Brotgetreidefläche (+/- 1’810 ha) ist bei der Interpretation dieser ersten Zahlen unbedingt zu beachten.
Bei den Anteilen der Qualitätsklassen von Brotweizen nehmen die Klassen TOP und II auf Kosten der Klasse I leicht zu. Den grössten Anteil weist die Klasse Top mit 71.7% (2024: 71.0%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 18.1% (2024: 18.7%) sowie der Klasse II mit 10.2% (2024: 9.9%). Beim Brotweizen liegt weiterhin die TOP-Sorte Montalbano mit einem Anteil von 18.1% (2024: 22.7%) am verkauften Brotweizen-Saatgut und einem Anteil von 25.2% in der Klasse TOP auf dem ersten Platz. CH Nara bleibt in der Klasse TOP die Nummer zwei. An der Spitze der Klasse I steht wiederum Campanile mit einem Anteil von 8.9% (2024: 8.6%) am verkauften Brotweizen-Saatgut und von 48.9% an der Klasse I. Somit steht 2026 auf jedem vierten Feld der Klasse TOP die Sorte Montalbano, bei der Klasse I ist die Sorte Campanile auf fast jedem zweiten Feld zu finden.
Die Erntemenge an Getreide für Nahrungsmittel 2026 wird unter der Annahme von mittleren Erträgen insgesamt auf rund 446‘000 t geschätzt. Davon zählen knapp 440'000 t als Brotgetreide (Brotweizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel). Die Brotgetreidemenge dürfte damit auf dem Niveau von 2025 liegen. Ein zurzeit noch nicht quantifizierbarer Teil davon kann bei der Ernte wegen Qualitätsmängeln voraussichtlich noch als nicht backfähig deklariert und im Futterkanal abgesetzt werden. In der geschätzten Brotgetreidemenge ist diese Menge aktuell noch enthalten. Es gilt zu beachten, dass in der geschätzten Erntemenge die Varianz der Ernteerträge nicht berücksichtigt ist. Begründet ist dies dadurch, dass eine präzise Abschätzung der Erträge nicht möglich ist, da die Witterungseinflüsse bis zur Ernte nicht vorausgesagt und abgeschätzt werden können. Die Genauigkeit der Schätzung ist deshalb bezüglich der Erntemengen eingeschränkt.
Futtergetreide / Eiweisspflanzen
Beim Futterweizen wird die Anbaufläche auf knapp 9’000 ha und damit zum Vorjahr um 1.9% leicht höher eingeschätzt (+ 170 ha). Die Anbaufläche von Gerste steigt um 2.0% (+ 450 ha), diejenige von Triticale um 2.6%, die Fläche von Hafer wird verglichen mit 2025 um 1.7% tiefer eingeschätzt. In der Haferfläche ist auch die Fläche des Hafers für die menschliche Ernährung enthalten. Die Anbaufläche von Körnermais kann erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeschätzt werden. Die Flächen der Bio-Futtergetreide dürften sich verglichen zum Vorjahr stabil entwickeln. Die Futtergetreideflächen verzeichnen somit insgesamt eine leichte Zunahme von rund 600 ha (+ 1.1%). Der Fehlerbereich der Schätzung der Futtergetreidefläche liegt jedoch bei +/- 1'430 ha und ist bei der Interpretation dieser Zahlen unbedingt zu beachten.
Gesamthaft gesehen kann mit einer Futtergetreideernte von rund 427‘000 t gerechnet werden. Darin nicht inbegriffen ist die allfällig nicht backfähige Menge an Brotgetreide, welche aktuell noch nicht quantifizierbar ist. Diese Menge ist abhängig vom Witterungsverlauf und den Erntebedingungen. Die Erntemengen von Gerste und Triticale dürften in einer ähnlichen Höhe anfallen wie 2025, die Futterweizenmenge wird tiefer erwartet. Die Bio-Futtergetreidemenge dürfte insgesamt etwas tiefer ausfallen als 2025. Gesamthaft dürfte aus der Ernte 2026 somit weniger einheimisches Futtergetreide zur Verfügung stehen als im vergangenen Jahr.
Die Fläche der Eiweisspflanzen 2026 kann gemäss den ersten Einschätzungen als stabil bezeichnet werden, im Bio-Bereich dürfte die Fläche ähnlich ausfallen wie im Vorjahr. Erwartet wird insgesamt eine leicht tiefere Erntemenge als im Vorjahr.
Ölsaaten
Beim Raps wird für 2026 von einer tieferen Anbaufläche ausgegangen (- 6.4%). Dies aus dem Grund, weil die Zuteilungsmenge des SGPV tiefer liegt als im Vorjahr. Die Zuteilung für Sonnenblumen ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht höher, die Sonnenblumenfläche wird auf rund 7’400 Hektaren geschätzt. Bei der Soja ist die Zuteilung höher als im Vorjahr. Bei der Prognose der Sojafläche wird mit einer leichten Zunahme auf knapp 3’500 Hektaren gerechnet. Insgesamt geht die Ölsaatenfläche 2026 zurück (- 4.3%), was insbesondere auf einen Rückgang der Rapsfläche zurückzuführen ist. Die Fläche der Bio-Ölsaaten dürfte ähnlich hoch sein wie 2025. Der Fehlerbereich der Schätzung der Ölsaatenfläche liegt bei +/- 1'000 ha und ist bei der Interpretation dieser Zahlen zu beachten.
Die geschätzte Erntemenge der Ölsaaten liegt mit rund 106‘000 t leicht unter dem Niveau der Menge von 2025. Erwartet werden 75'600 t Raps, 21’600 t Sonnenblumen und rund 8’000 t Soja. Eine ähnliche Situation im Vergleich zu 2025 ist für die Mengen der Bio-Ölsaaten zu erwarten.
Bei der Interpretation der Resultate gilt es zu beachten, dass die Schätzungen provisorisch sind und eine erste Prognose darstellen. Genaue Angaben zu den Saatgutverkäufen von Sommergetreide sind noch nicht enthalten. Für die geschätzten Flächen wird ein entsprechender Fehlerbereich ausgewiesen, in den geschätzten Erntemengen ist die Varianz der Ernteerträge nicht berücksichtigt. Die Genauigkeit der Schätzung ist deshalb bezüglich der Erntemengen eingeschränkt. Präzisere Aussagen werden mit der Ernteschätzung Ende Mai möglich sein.
Ernteschätzungen von swiss granum
Swiss granum lässt vom Geschäftsbereich Agristat des Schweizer Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und Mai Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Seit 2021 sind darin auch die Bio-Zahlen separat ausgewiesen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe und die Saatgutimporte gemäss Aussenhandelsstatistik der eidgenössischen Zollverwaltung. Daneben werden weitere Parameter, wie etwa die vom Schweizerischen Getreideproduzentenverband vorgenommenen Zuteilungen von Ölsaatenkontingenten, die klimatischen Bedingungen bei der Aussaat, weitere Informationen zu den Saatgutverkäufen im Handel oder die tatsächlich angebauten Flächen der vorangehenden Jahre bei den Schätzungen berücksichtigt.