Überzeugende Wintergerstenerträge in den Sortenversuchen
Die Wintergerstensortenversuche 2026 von swiss granum (ÖLN-Anbau) und Agroscope (Extenso-Anbau) weisen trotz des trockenen Frühjahrs und der darauffolgenden Hitzewelle wie schon im Vorjahr sehr gute Ergebnisse auf. Die Kornerträge der ÖLN- und Extenso-Sortenversuche liegen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Jahr 2025. Der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Erträgen im ÖLN- und Extenso-Anbau beträgt 13 dt/ha. Die Ergebnisse dienen ausschliesslich zur Beurteilung der Sortenversuche und sind keine Beurteilung der Gerstenernte in der Schweiz.
Erfreuliche Erträge trotz Frühlingstrockenheit und Hitzewelle
Auf einen nassen Herbst folgte ein milder, eher trockener Winter – mit der Ausnahme einiger Regionen in der Westschweiz. Die rasche Vegetationsentwicklung wurde im Frühling nur geringfügig durch kurze Kälteeinbrüche gebremst. Ansonsten waren die Bedingungen warm, trocken und sonnig. Darauf folgte eine intensive Hitzewelle, welche die Trockenheit zusätzlich verstärkte. Dank der geringen Niederschlagsmengen im Frühling waren Blattkrankheiten von geringer Bedeutung.
Nebst den meteorologischen Bedingungen, waren auch die Kornerträge vergleichbar mit dem Vorjahr. 93.3 dt/ha ist der erzielte mittlere Ertrag im ÖLN-Anbau und 80.5 dt/ha im Extenso-Anbau 2026. Im Vorjahr lagen die Ergebnisse bei 98.2 dt/ha (ÖLN) und 81.3 dt/ha (Extenso). Auch das Hektolitergewicht ist auf einem hohen Niveau mit 69.6 kg/hl im ÖLN-Anbau respektive 69.0 kg/hl im Extenso-Anbau. Im ÖLN-Anbau war das letztjährige Hektolitergewicht mit 69.0 kg/hl vergleichbar, im Extenso-Anbau lag es jedoch mit 65.2 kg/hl deutlich tiefer.
SY Loona (ÖLN) und Esprit (Extenso) an der Spitze
Mit 97.1 dt/ha ist SY Loona die Sorte mit dem höchsten mittleren Kornertrag 2026 im ÖLN-Anbau über alle Standorte. Darauf folgen Esprit (95.6 dt/ha), Integral (94.7 dt/ha) und SY Galileoo (94.1 dt/ha). Bei den zweizeiligen Sorten erreicht Aleksandra mit 89.0 dt/ha den höchsten Ertrag.
Im Extenso-Anbau erzielt Esprit mit 83.4 dt/ha den höchsten Durchschnittsertrag. Gefolgt wird sie von den beiden Hybriden SY Galileoo (82.0 dt/ha) und SY Zoomba (80.8 dt/ha) sowie Integral (80.7 dt/ha). Bei den zweizeiligen Sorten liegt Arthene mit 77.3 dt/ha an der Spitze.
Aleksandra (zweizeilig) bleibt mit einem Hektolitergewicht von 71.7 kg/hl im ÖLN-Anbau sowie 70.5 kg/hl im Extenso-Anbau weiterhin auf dem ersten Platz. Thimea liegt mit 70.1 kg/hl an zweiter Stelle im ÖLN-Anbau und Arthene mit 69.7 kg/hl im Extenso-Anbau.
Beschreibung der Wintergerstenversuchen 2026 von swiss granum
In Zusammenarbeit mit Agroscope, der Groupe Cultures Romandie, dem Forum Ackerbau und DSP (Delley Samen und Pflanzen AG) testet swiss granum 18 Wintergerstensorten im ÖLN-Verfahren (ökologischer Leistungsnachweis), die ebenfalls im Extenso-Versuchsnetz von Agroscope getestet werden. Das Versuchsnetz umfasst 8 Standorte in der ganzen Schweiz, wo die Versuche auf kleinen Parzellen mit 3 Wiederholungen durchgeführt werden. Dieses Versuchsnetz ermöglicht es, eine statistische Auswertung der Ergebnisse vorzunehmen. Dadurch können die Kenntnisse über das agronomische Verhalten jeder Sorte im ÖLN- und Extenso-Verfahren vertieft werden. Zusätzlich zu den offiziellen Versuchen im Extenso-Verfahren von Agroscope stellen diese Versuche eine wertvolle Grundlage dar, um die Sorten für die Liste der empfohlenen Sorten (LES) auszuwählen.
Um in die LES von swiss granum aufgenommen zu werden, muss eine Wintergerstensorte die zweijährigen Versuche im Extenso-Versuchsnetz von Agroscope und parallel die zweijährigen Versuche im ÖLN-Versuchsnetz von swiss granum erfolgreich bestanden haben. Diese Versuche erfolgen in Zusammenarbeit mit der Groupe Cultures Romandie und dem Forum Ackerbau. Das Saatgut wird von DSP vorbereitet und geliefert. Die Erntebehandlung und die ersten Qualitätsmassnahmen werden von Agroscope Reckenholz vorgenommen. Agroscope Changins koordiniert das Netz und wertet die Ergebnisse aus.
Die durchschnittliche Saatdichte liegt bei 180 Körner/m2 für Hybridsorten, 280 Körner/m2 für die sechszeiligen Sorten und 300 Körner/m2 für die zweizeiligen Sorten. Die Stickstoffdüngung wird aufgrund der Grundlagen für die Düngung im Acker- und Futterbau (GRUD) für jeden Standort spezifisch errechnet. Im Extenso-Anbau wird die Stickstoffzufuhr um rund 30 Einheiten vermindert. Im ÖLN-Netz erfolgen zudem eine bis zwei Fungizidapplikationen sowie ein bis zwei Wachstumsreglerapplikationen.