08.07.2026

Swiss granum Anbauempfehlungen Ernte 2027

Tracktor arbeitet auf Acker.
© Verein Schweizer Rapsöl

In Absprache mit den Partnern der Wertschöpfungskette publiziert swiss granum generelle Anbauempfehlungen für die Ernte 2027. Zentral ist eine konsequente Marktorientierung der inländischen Produktion. Für Futterweizen, Körnermais, Brotweizen Klassen I und II, Raps, Sonnenblumen und Futtersoja besteht ein grosses Absatzpotential. Bei den Ölsaaten ist die Zuteilung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes zwingend zu berücksichtigen. Bei der Brotweizen-Aussaat sind die Anforderungen des weiterentwickelten Proteinbezahlungssystems konsequent umzusetzen. Es gelten die Mindestproteingehalte von 12% für die Klasse TOP und 11% für die Klassen I und II sowie den Bio-Brotweizen. Im Bio-Segment sind vor allem Brot- und Futterweizen sowie Eiweisskulturen zur Fütterung gesucht.

Zusammen mit den Marktpartnern entlang der Wertschöpfungskette erstellt swiss granum Anbauempfehlungen zur Steuerung des Angebots in der Schweiz. Dabei handelt es sich um nationale Mittelwerte. Aufgrund der spezifischen Bedürfnisse der Verarbeiter sind regionale Unterschiede möglich, die zu berücksichtigen sind. Die Sammelstellen übernehmen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle als Koordinations- und Informationsplattform. Bei der Auswahl der Kultur und der Sorten sind die Qualitätsanforderungen und Empfehlungen der Abnehmer zu berücksichtigen. Zentral ist die konsequente Ausrichtung der Inlandproduktion auf die Bedürfnisse des Schweizer Marktes. Im Dialog mit den Sammelstellen gilt es, mit einem standortgerechten Anbau und einer entsprechenden Sortenwahl die Qualitätsparameter weiter gezielt zu beeinflussen.

Brotgetreide / Andere Ackerkulturen für Nahrungsmittel

Beim Brotweizen besteht seit längerem ein unausgewogenes Klassenverhältnis: Klassen I und II bieten ungenutztes Potential, der Anteil der Klasse TOP ist zu hoch und ist entsprechend zu reduzieren. Angestrebt wird generell eine Aufteilung der Produktion auf die Klassen von 40% TOP, 40% Klasse I und 20% Klasse II. Beim Brotweizen bestehen seitens der Abnehmer resp. Label jedoch unterschiedliche Empfehlungen in den einzelnen Weizenklassen. Diese sind in der beiliegenden Übersicht dargestellt und bei der Anbauplanung unbedingt zu berücksichtigen. Für Biobrotgetreide sind die Empfehlungen von Bio Suisse resp. die Vereinbarungen mit den Abnehmern zu beachten.

Bei der Brotweizen-Aussaat sind die Anforderungen des auf die Ernte 2026 weiterentwickelten Proteinbezahlungssystems konsequent zu berücksichtigen. Die qualitativen Vorgaben sind mit den Mindestproteingehalten von 12% für die Klasse TOP und 11% für die Klassen I und II sowie den Bio-Brotweizen klar definiert. Darüber hinaus sind beim Getreideanbau die Bestimmungen für Mykotoxine, Mutterkorn und Ergotalkaloide umzusetzen. Zur Minimierung von Mutterkorn und Ergotalkaloiden in Getreide hat swiss granum für alle Partner entlang der Wertschöpfungskette bereits Handlungsempfehlungen formuliert.

Der Anbau von Ackerkulturen für die menschliche Ernährung ist in der Regel vertragspflichtig. Dabei sind die Vorgaben resp. Empfehlungen der Abnehmer zu beachten. Für die Übernahme dieser Ackerkulturen bestehen ebenfalls Empfehlungen der swiss granum. Im Bio-Bereich ist insbesondere Speisehafer gesucht.

Futtergetreide (inkl. Futtersoja) / Eiweisspflanzen

Um die Auslandabhängigkeit im Bereich Futtermittelrohstoffe reduzieren zu können, wird empfohlen, die Anbaufläche von Futterweizen, Körnermais und Futtersoja auszudehnen, von Gerste beizubehalten sowie von Triticale zu reduzieren. Beim Anbau ist den qualitativen Bedürfnissen der Abnehmer (z.B. Hektolitergewicht bei Gerste, Mutterkorn bei Triticale) Rechnung zu tragen. Entsprechende Sorten sind auf der Liste empfohlener Sorten von swiss granum zu finden. Bei der Futtersoja bestehen Verträge mit Verarbeitern, die Nachfrage ist weiterhin hoch.

Für die Bioackerkulturen sind die Empfehlungen von Bio Suisse resp. die Vereinbarungen mit den Abnehmern zu beachten. Im Bio-Bereich sind Futterweizen und sämtliche Körnerleguminosen sowie insbesondere Futtersoja gesucht.

Ölsaaten (exkl. Futtersoja)

Beim Raps und Sonnenblumen sind die Zuteilungen des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) massgebend. Der HOLL-Rapsanbau erfolgt im Vertragsanbau. Aufgrund der guten Nachfrage sind zusätzliche Produzentinnen und Produzenten weiterhin gesucht. Interessenten, die ihre Anbauflächen vergrössern möchten, können sich bei Agrosolution melden.

Für die Bioackerkulturen sind die Empfehlungen von Bio Suisse resp. die Vereinbarungen mit den Abnehmern zu beachten. Es gilt eine Vertragspflicht.

Die Anbauempfehlungen der Marktpartner sind ebenfalls online verfügbar:

Dokumente
Word PDF Übersicht Anbauempfehlungen 2027
Tag
Medienmitteilung
Autor
Stephan Scheuner

Direktor swiss granum

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