21.08.2026

Provisorische Einschätzung der Ernte 2026 durch swiss granum

Mähdrescher lädt Korn in Traktorenanhänger.

Die provisorische Erntemenge 2026 für Gerste ist ca. 5-10% höher als im Vorjahr. Die Rapsernte wird in der Grössenordnung der Menge von 2024 erwartet. Die Brotweizenmenge dürfte in der Grössenordnung der Erntemenge von 2025 liegen. Die Übersicht von Roggen und Dinkel zum Gesamtbild Brotgetreide steht noch aus. Dies zeigt die von swiss granum Anfang August durchgeführte Ernteerhebung.

Swiss granum, die Branchenorganisation Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen, hat Mitte August gestützt auf Rückmeldungen von 30 Sammelstellen eine Einschätzung der Erntesituation 2026 vorgenommen. Diese Sammelstellen bilden zusammen rund 43% des Schweizer Marktes für Gerste, 52% für Brotweizen und 66% für Raps ab. Die gesamte Schweizer Produktion dieser Kulturen wurde anhand von Hochrechnungen basierend auf den inländischen Erntemengen 2025 ermittelt.

Brotweizen

Gestützt auf die Erhebung wird eine Erntemenge in der Grössenordnung von 385‘000 bis 415‘000 t Brotweizen geschätzt. Stand heute kann der grösste Teil davon als backfähiger Brotweizen gemäss swiss granum Übernahmebedingungen bezeichnet werden. Erwartet wird somit eine Brotweizenmenge in der Grössenordnung der Erntemenge des letzten Jahres. Diese belief sich inkl. nicht backfähige Menge auf rund 414‘000 t. Die Anbaufläche war verglichen mit den Vorjahren höher, was bei der Interpretation der Zahl zu beachten ist.

Es handelt sich um eine provisorische Einschätzung, da die Übernahme der Brotweizenernte bei der Erhebung noch nicht komplett abgeschlossen war und die Aufbereitung des Brotweizens in den Sammelstellen noch erfolgen wird. Die Übersicht von Roggen und Dinkel zum Gesamtbild Brotgetreide steht ebenfalls noch aus. Eine Einschätzung der Weizenqualität erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt anhand der Erntequalitätserhebung von swiss granum.

Gerste / Futterweizen

Die inländische Gerstenproduktion wird basierend auf der Hochrechnung aktuell auf rund 150'000 bis 160‘000 t geschätzt. Sie liegt somit höher als im vergangenen Jahr und etwa auf dem Niveau von 2023. Bei der Interpretation der Gerstemenge ist zu beachten, dass die Anbaufläche höher war als im letzten Jahr. Auch hierbei handelt es sich um eine provisorische Einschätzung, obwohl die Gerstenernte zum Zeitpunkt der Erhebung annähernd abgeschlossen war. Die Situation beim Futterweizen (Futterweizensorten) kann zurzeit noch nicht beurteilt werden.

Raps

Die Rapsernte war bei der Durchführung der Erhebung komplett abgeschlossen. Aufgrund der im Vergleich zu 2025 tieferen Zuteilungsmenge (rund 88‘000 t) lag die Anbaufläche unter derjenigen des Vorjahres. Auf Basis der Hochrechnung wird die inländische Rapsproduktion aktuell auf rund 71‘000 bis 75‘000 Tonnen geschätzt. Sie wird somit in der Grössenordnung der Erntemenge 2024 erwartet (2024: 74’435 t). Zirka ein Drittel der erwarteten Rapsmenge dürfte HOLL-Raps sein.

Gesamtbeurteilung der Ernte 2026

Ein genaues Bild über die Ernte 2026 wird die Gesamterhebung von swiss granum liefern, deren Resultate im Oktober (resp. für Raps Anfang September) vorliegen werden. Erst anhand dieser Zahlen und unter Einbezug der Veränderungen der Anbauflächen zum Vorjahr lassen sich die Auswirkungen der Trockenheit auf die diesjährigen Erntemengen der Ackerkulturen abschätzen. Basierend auf der Gesamterhebung, den verfügbaren Lagermengen und anhand der Resultate der Qualitätserhebung von Brotweizen wird die Kommission «Markt-Qualität Getreide» von swiss granum Ende Oktober 2026 eine Gesamtbeurteilung vornehmen.

Dokumente
Word PDF
Tag
Medienmitteilung
Autor
Stephan Scheuner

Direktor swiss granum

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