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Leistung der Winterweizensorten in den swiss granum-Versuchen 2017 / 2018

Die diesjährigen Resultate der Winterweizensorten in den swiss granum-Versuchen fielen sehr gut aus. Die durchschnittlichen Erträge liegen im ÖLN-Anbau bei 74.9 dt/ha und bei einem durchschnittlichen Proteingehalt von 14.6%. Die Ergebnisse dienen ausschliesslich zur Beurteilung der Sortenversuche und sind keine Beurteilung der Weizenqualität in der Schweiz.

Die Wetterbedingungen während der Periode 2017-18 waren für den Winterweizen ideal. Die ÖLN-Erträge sind mit einem Durchschnitt von 74.9 dt/ha leicht tiefer als diejenigen von 2017 (77.2 dt/ha), übertreffen je-doch diejenigen von 2016 (64.1 dt/ha) deutlich. Die Niederschläge und Temperaturen haben ansprechende Erträge und eine ideale Kornausbildung gefördert. Das hat zu den hohen Hektolitergewichten (79.9 kg/hl) geführt, die somit höher liegen als im Vorjahr (78.6 kg/hl). Der Krankheitsdruck war je nach Versuchsstandort mässig bis schwach, scheint aber die Schlussresultate der Versuche nicht beeinflusst zu haben.

Ergebnisse von 2017 und 2018
In der Klasse TOP erreicht CH Claro den besten zweijährigen Ertragsdurchschnitt, mit 75.4 dt/ha. Es folgen die auf der Liste der empfohlenen Sorten neu eingetragenen Schweizer Sorten, Baretta und Montalbano, die das Spitzentrio mit einem Ertragsdurchschnitt von je 73.3 dt/ha ergänzen. Die Klasse I wird von Genius (79.6 dt/ha) angeführt, der neu aufgenommenen deutschen Sorte, gefolgt von Hanswin (76.3 dt/ha) und Simano (73.2 dt/ha). In der Klasse II ist die deutsche Sorte Spontan die ertragsreichste (84.3 dt/ha). Montalto weist mit einem Durchschnitt von 81.7 dt/ha gute Leistungen auf. Im Extenso-Anbau erzielt Baretta die besten Erträge der Klasse TOP mit 72.5 dt/ha. Hanswin ist in der Klasse I hinsichtlich Ertrags die interessan-teste Sorte (73.5 dt/ha). In der Klasse II zeichnet sich Montalto, dank ihrer guten Resistenz gegenüber Krankheiten, mit einem Durchschnitt von 78.6 dt/ha aus. Im Extenso-Anbau liegt der durchschnittliche Ertrag des Versuchs bei 71.1 dt/ha.

Die diesjährigen Proteingehalte im ÖLN-Anbau (14.6% im Durchschnitt) sind höher als diejenigen von 2017 (14.3%). Im Extenso-Anbau liegt der Durchschnitt deutlich unter 13%. CH Nara erreicht die besten zweijähri-gen Resultate im ÖLN-Anbau mit einem Durchschnitt von 16% (16.4% im 2018 und 15.5% im 2017).
Die Kornausbildung und damit das Hektolitergewicht war im 2018 ausserordentlich hoch, der Versuchs-durchschnitt im ÖLN-Anbau liegt bei 79.9 dt/ha und ist somit 1.3 kg/hl höher als derjenige von 2017 (78.6 kg/hl). Im Extenso-Anbau ist der Durchschnitt mit 79.2 kg/hl ebenfalls sehr gut.
Die Beschreibung der Krankheitsresistenz basiert auf Beobachtungen im Extenso-Netz und kann in diesem Jahr als schwach beurteilt werden. Die Hauptkrankheiten (Mehltau, Gelb- und Braunrost sowie Septoria) wurden beobachtet, vermochten die Schlussresultate jedoch nicht in grossem Masse zu beeinträchtigen.

Beschreibung der Wintergerstenversuchen 2018 von swiss granum
In Zusammenarbeit mit Agroscope, der Groupe Cultures Romandie, dem Forum Ackerbau und DSP (Delley Semences et Plantes SA) testet swiss granum  24 Winterweizensorten im ÖLN-Verfahren (ökologischer Leistungsnachweis) und 12 Winterweizensorten im Extenso-Verfahren. Das Versuchsnetz umfasst 10 Standorte in der ganzen Schweiz, wo die Versuche auf kleinen Parzellen mit 3 Wiederholungen durchgeführt werden. Dieses Versuchsnetz ermöglicht es, eine statistische Auswertung der Ergebnisse vorzunehmen. Dadurch können die Kenntnisse über das agronomische  und qualitative Verhalten jeder Sorte im ÖLN- und Extenso-Verfahren vertieft werden. Zusätzlich zu den offiziellen Versuchen im Extenso-Verfahren von Agroscope stellen diese Versuche eine wertvolle Grundlage dar, um die Sorten für die Liste der empfohlenen Sorten (LES) auszuwählen.
Um in die LES von swiss granum aufgenommen zu werden, muss eine Winterweizensorte die zweijährigen Versuche im Extenso-Netz von Agroscope erfolgreich bestehen. Sie wird danach während zwei Jahren im ÖLN-Netz von swiss granum getestet. Diese Versuche werden in Zusammenarbeit mit dem Forum Ackerbau und der Groupe Cultures Romandie durchgeführt. Das Saatgut wird von DSP vorbereitet und geliefert, während Agroscope die Aufbereitung des Erntematerials und die ersten Qualitätsmessungen vornimmt. Sie legt ebenfalls Versuche an, gewährleistet die Koordination innerhalb des Netzes und wertet die Ergebnisse aus.
Die durchschnittliche Saatdichte liegt bei 350 Körner/m2. Die Stickstoffdüngung wird aufgrund der Grundlagen für die Düngung im Acker- und Futterbau (GRUD) für jeden Standort spezifisch errechnet. Im Extenso-Anbau wird die Stickstoffzufuhr um rund 30 Einheiten vermindert. Im ÖLN-Netz erfolgen zudem eine bis zwei Fungizidapplikationen sowie eine Wachstumsreglerapplikation.

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Stephan Scheuner,
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