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Sehr tiefes Deoxynivalenol-Belastungsniveau bei Getreide

In Zusammenarbeit mit Agroscope überwacht Swiss granum im Rahmen eines Monitorings das Risiko der Mykotoxin-Belastung des Getreides vor und nach der Ernte. Die Deoxynivalenol-Belastungen bei Mahlweizen wie auch bei Gerste und Triticale liegen dieses Jahr auf dem tiefsten Niveau seit der Einführung des Monitorings.

Die Arbeitsgruppe „Lebensmittelsicherheit“ von swiss granum zog Bilanz des diesjährigen Monitorings für Mahlweizen, Gerste und Triticale. Die detaillierten Analyseergebnisse sind im beigelegten Dokument ersichtlich.

Mahlweizen
Das Jahr 2020 weist beim Mahlweizen die niedrigste Deoxynivalenol-Belastung (DON) seit der Einführung des Monitorings im Jahr 2007 auf. Von gesamthaft 102 analysierten Mahlweizen-Proben der Ernte 2020 wurde in 99% keine oder eine DON-Belastung unterhalb der Nachweisgrenze (DON <0.2 ppm bzw. mg/kg) nachgewiesen. Nur eine Probe lag oberhalb der Nachweisgrenze, mit einem Gehalt von 0.23 mg DON/kg.
Im Vergleich zum Vorjahr war die Weizenblüte deutlich früher. Für die Winterweizenbestände, die vor Anfang Juni in Blüte waren, herrschten trockene und warme Bedingungen, welche für die Infektion mit F. graminearum ungünstig waren. Für Bestände, die erst Anfang/Mitte Juni blühten, waren die Bedingungen feuchter und kühler. Trotzdem war die Witterung nach der Blüte und bis zur Ernte für die weitere Entwicklung des Pilzes und die DON-Bildung vermutlich ungünstig.

Gerste und Triticale
Das Jahr 2020 weist bei Gerste und Triticale ebenfalls die niedrigste DON-Belastung auf seit der Einführung des Monitorings. Von gesamthaft 49 analysierten Gerste- bzw. 43 Triticale-Proben, wiesen zwei Gerste- (4%) und acht Triticale-Proben (18%) eine DON-Belastung oberhalb der Nachweisgrenze auf. Der Höchstgehalt bei Gerste lag bei 0.24 mg DON/kg, der von Triticale bei 0.50 mg DON/kg. Dieses sehr tiefe Belastungsniveau ist vermutlich auf die frühe Blüte mit trockenen und warmen Bedingungen zurückzuführen.
Aus Kostengründen wurde Zearalenon (ZEA) nur bei Proben mit einem DON-Gehalt über 0.3 mg/kg analysiert. Somit wurden nur 4 Triticale-Proben untersucht. ZEA wurde in einer Probe nachgewiesen (0.0022 mg/kg). Die geringe Anzahl an Proben ermöglicht keine Schlussfolgerungen über das ZEA-Belastungsniveau der Ernte 2020.

Aussaat 2021
Die Problematik der Mykotoxine betrifft jeden Produzenten. In diesem Zusammenhang ist der einzelne Landwirt gefordert, in dem er durch eine geeignete Fruchtfolge und entsprechende Bodenbearbeitung das jährlich schwankende Befallsrisiko erheblich reduzieren kann. Dies gilt es bei der Aussaat weiterhin zu beachten. Bezüglich F. graminearum-Befall und DON-Belastung wird Folgendes empfohlen:
•    Fruchtfolge mit zu hohem Getreide- und insbesondere Mais-Anteil vermeiden,
•    Ernterückstände fein mulchen und in den Boden einarbeiten (bei Pflug nicht zu tief, da sonst der Abbau der Ernterückstände verringert wird),
•    Bei Bodenbearbeitung ohne Einarbeitung der Ernterückstände: Weizen, Triticale oder Gerste nach Mais, oder Triticale nach Weizen vermeiden,
•    Wenig anfällige Sorte und zertifiziertes Saatgut wählen.

Diese Kriterien sind bei der Aussaat unbedingt zu berücksichtigen. Das Merkblatt 2.5.23 von Agridea beinhaltet zusätzliche Informationen zu diesem Thema. Die Empfehlungen zur Prävention sind ebenso auf www.swissgranum.ch verfügbar (Rubrik Richtlinien / Übernahmebedingungen).

 

Kontakt Medien

Stephan Scheuner,
Direktor

Tel. +41 (31) 385 72 76

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